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Gute Bewertungen sind das A und O im Online-Handel. Dabei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Sterne, sondern auch auf die Qualität der Bewertungen an. Um an die begehrten Sterne samt Text zukommen, lassen sich Händler einiges einfallen. So werden bewertungsmüden Kunden gern mal Anreize geboten. Auch das Erwerben von Rezensionen über Agenturen ist nicht mehr selten.

Gekaufte Bewertungen aus rechtlicher Sicht

Zunächst stellt sich die Frage, wie gekaufte Bewertungen rechtlich einzuordnen sind. Die Allgemeinheit misst Rezensionen eine höhere Glaubwürdigkeit als Werbeaussagen zu. Sie gelten als objektiver, daher werden sie grundsätzlich weniger hinterfragt. Schließlich hat der Kunde ja nichts von seiner positiven Bewertung.

Das ändert sich allerdings, wenn der Autor der Bewertung eine Gegenleistung erhält. Er gilt dann als beeinflusst. Zwar werben große Plattformen, die Bewertungen verkaufen, mit Ehrlichkeit, unterm Strich verdient der Autor aber mit seinen Bewertungen Geld, hat also eine häufige Buchung zum Ziel. Diese Buchung wird er vor allem dann erreichen, wenn er Produkte überwiegend positiv bewertet. Er verfolgt also einen kommerziellen Zweck.

Doch: Wie wirkt sich das auf die Leser dieser gekauften Rezensionen aus? Wüssten sie, dass für die Bewertung im Hintergrund eine Gegenleistung erbracht wurde, würden sie vermutlich mit einer kritischen Grundhaltung an die Bewertung herangehen.

Damit stimmt das Gefühl mit der rechtlichen Grundlage überein. In § 5a Absatz 6 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb heißt es nämlich, dass eine wettbewerbswidrige Handlung dann vorliegt, wenn der kommerzielle Zweck verschleiert wird. Im Allgemeinen wird diese Tätigkeit dann Schleichwerbung genannt. Folgerichtig muss eine gekaufte Bewertung also auch als solche gekennzeichnet werden.

Wann gilt eine Bewertung als gekauft?

Der Begriff der gekauften Bewertung deutet darauf hin, dass es dabei um einen Geldfluss geht. Dem ist aber nicht so: Im Allgemeinen wird von einer Gegenleistung gesprochen. Diese kann sich als Geld, aber auch als Gutschein, Geschenk oder Inaussichtstellen einer künftigen Leistung darstellen.

Daher sind Bewertungen, für die dem Kunden ein Gutschein, ein Rabatt oder ein kleines Werbegeschenk angeboten werden, ebenfalls für eine Leistung erbracht worden. Sie müssen also als gekauft gekennzeichnet werden, da bereits kleine Gegenleistungen die Objektivität einer Meinung beeinflussen können. Schließlich soll der Kunde das reine Produkt und den damit im Zusammenhang stehenden Service, nicht aber die Spendierfreudigkeit des Händlers bewerten.

Wo ist denn nun die Krux?

Wie dargestellt, betreibt der Autor einer gekauften Rezension also Schleichwerbung, wenn er diese nicht als solche kennzeichnet. Allerdings ist hier auch der Händler dran: Schließlich erwirbt er sich einen Wettbewerbsvorteil. Er kauft Bewertungen ein, ist sich der Kennzeichnungspflicht bewusst und profitiert am Ende von diesen. Verzichtet die Konkurrenz dagegen aufgrund der Schleichwerbungs-Problematik auf den Einkauf, verfügt sie in der Regel über weniger Bewertungen und bekommt damit einen Wettbewerbsnachteil. Kaufen sie Bewertungen ein und sorgen – beispielsweise im eigenen Shop – dafür, dass diese entsprechend gekennzeichnet sind, laufen sie Gefahr, dass die Käufer die Bewertungen als reine Werbung wahrnehmen und sich daher nicht so leicht von ihnen überzeugen lassen, wie es ohne Kennzeichnung der Fall wäre.

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Über den Autor

Melvin Dreyer, juristischer Fachredakteur beim Händlerbund

 

Melvin Dreyer ist seit Mitte 2018 als juristischer Fachredakteur für den Händlerbund tätig. Während er sich im Studium besonders mit Steuerrecht auseinandergesetzt hat, berichtet und berät der Diplom-Jurist nun regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen rund um E-Commerce, IT- und Europarecht.

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