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Online-Internationalisierung von Unternehmen

Wie kaufen andere Nationen ein und wie erreichen Sie als Online-Händler die potenziellen Kunden überall auf der Welt?

Wie bereits in unserem Artikel zum Thema Cross-Border-Commerce erwähnt, ist bei erfolgreicher Geschäftsführung die Internationalisierung der nächste sinnvolle Schritt nach der Erschließung des heimischen Markts. Um von den zahlreichen Vorteilen vollends profitieren zu können, ist es jedoch unbedingt erforderlich, sich mit der Kultur, den Traditionen und dem Nutzerverhalten von Kunden unterschiedlicher Zielländer auseinanderzusetzen. Die Erfahrung zeigt: Das Wissen über die Konsumenten im eigenen Land ist nicht immer übertragbar auf Kunden im Ausland. Eine erfolgreiche Internationalisierung setzt demnach weit mehr voraus als das bloße Übersetzen der eigenen Produktdaten – eine Tatsache, die auch Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital, in ihrem Vortrag auf der Contentixx 2020 betonte.

1. Strategie ist alles

Laut dem Bundesverband Deutsche Startups e.V. streben 66,2 Prozent der befragten Start-ups von Anfang an eine internationale Expansion an. Völlig zurecht, wenn man bedenkt, dass laut einem Bericht von Cybersecurity Ventures bereits im Jahr 2018 3,8 Milliarden Menschen und somit 51 Prozent der gesamten Weltbevölkerung das Internet nutzten. Schätzungen zufolge werden für das Jahr 2030 sogar 90 Prozent Abdeckung erwartet, was Online-Händlern ein ungeheures Potenzial bietet. Wenn Sie sich für den internationalen Verkauf Ihrer Waren oder Dienstleistungen entschieden haben, ist der nächste Schritt gleichzeitig der wichtigste: Sie brauchen eine Strategie, die Ihnen dabei hilft, Ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen.

1.1 Legen Sie Ihre Zielsetzung fest!

Am wichtigsten dafür ist, dass Sie Ihr genaues Ziel exakt vorformulieren. Entspricht es Ihrem Vorhaben, direkt Umsatz mit ausländischen Kunden zu generieren oder möchten Sie zunächst lediglich dafür sorgen, dass potenzielle Konsumenten nach Einwilligung mit Newslettern beschickt werden, die sie auf Ihre Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam machen? Dies bringt wichtige Branding-Effekte mit sich: Potenzielle Kunden erinnern sich an Sie und Ihr Angebot und sind demnach tendenziell eher dazu bereit, sich auch künftig stärker mit Ihrer Marke auseinanderzusetzen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, aber dennoch – oder gerade deshalb – müssen die gewünschten Punkte in irgendeiner Form niedergeschrieben werden, damit Sie Ihr Ziel niemals aus den Augen verlieren. Schließlich ergeben sich erst aus einem konkreten Vorhaben spezifische Maßnahmen, an deren Umsetzung Sie sich im Fortlaufenden begeben können.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch folgende Fragestellungen, die Sie unbedingt vor den nächsten Arbeitsschritten für sich beantworten müssen:

 

  • Welche Zielgruppe möchten Sie konkret ansprechen? Sind es beispielsweise nur Frauen oder nur Männer? Achten Sie hierbei auf die richtige Ansprache.
  • Mit welchen Inhalten machen Sie Ihre Kunden glücklich? Eruieren Sie genau, welche Informationen Ihre potenziellen Kunden suchen und stellen Sie diese bereit, um auf ihre Wünsche zu reagieren.
  • Über welche Wege informieren sich Ihre potenziellen Kunden? Die besten Inhalte nützen Ihnen nichts, wenn sie die Konsumenten nicht erreichen. Sind diese viel auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram unterwegs? Finden Sie es heraus und agieren Sie entsprechend.

1.2 Hilfreiche Tools und In-Market Experten für die Marktrecherche und strategische Vorüberlegungen

Die eigenen Produktdaten übersetzen zu lassen, ist selbstverständlich nötig. Nichtsdestotrotz gibt es einige Punkte, die diesem Schritt vorgelagert sind: Allen voran ist hier die Marktrecherche zu nennen.

Hilfreiche Tools für Marktrecherche

Mit diesen Tools gehen Sie die Marktrecherche richtig an:

  • ahrefs liefert wichtige Erkenntnisse über Ihre Konkurrenz. Sie erfahren, mit welchen Keywords Sie gute Ergebnisse erzielen und können dadurch Potenziale für Sie selbst entdecken, die bisher nicht oder nicht vollends genutzt wurden. Dies betrifft vor allem Produktdaten, aber auch Blogbeiträge und andere Textarten, mit denen Sie auf Ihr Sortiment oder Ihre Marke aufmerksam machen können.
  • Google Analytics zeigt Ihnen an, wie hoch die Sichtbarkeit Ihres eigenen Webshops ist und wo es noch Möglichkeiten zur Verbesserung gibt. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, sich das Publikum für die eigene Website genauer anzusehen: Aus welchen Ländern kommen Ihre Nutzer und ist Ihre Website so aufgezogen, dass diese Besucher zurechtkommen? Das Gute: Das Tool ist in der Standardversion kostenlos.
  • Google Market Finder: Eine der besten Möglichkeiten, um neue Zielmärkte ausfindig zu machen, ist die Nutzung des Google Market Finder. Sie erhalten zahlreiche Informationen über potenzielle Kunden in verschiedenen Teilen der Welt. Hierzu zählen beispielsweise das verfügbare Einkommen und die Nutzungsweise des Internets. So können Sie sich gut auf Ihre Kunden einstellen.
  • Auch der Global Digital Report und Country Digital Reports, die jährlich von We Are Social und Hootsuite erhoben werden, liefern Ihnen wichtige Erkenntnisse zu den Konsumenten anderer Länder. So werden beispielsweise die Verwendung unterschiedlicher Endgeräte, die Internetnutzungsdauer sowie die meistbesuchten Websites festgehalten.
  • SEMrush ist ein kostenpflichtiges Tool, das Ihnen nützliche Dienste erweisen kann. So lassen sich beispielsweise mithilfe dessen Contentgaps ausfindig machen. Dies bedeutet konkret: Sie können herausfinden, an welchen Stellen eine Ausweitung Ihres Contents Sinn macht und welche lohnenswerten Themen Sie noch gar nicht behandelt haben. Haben Sie beispielsweise Infoseiten zu von Ihnen angebotenen Produkten, die Sie noch ausweiten können, um Ihre Google Rankings zu verbessern? Dann nehmen Sie sich die Zeit und optimieren Sie Ihren Content! Oder rankt Ihre Konkurrenz für Artikel, die Sie noch nicht im Sortiment haben? Wenn Ihre Konkurrenz die Begeisterung der Kunden für eben diese Produkte für sich gewinnen kann, dann können auch Sie über eine Sortimentserweiterung nachdenken. Darüber hinaus ist das Tool auch in der Lage, Traffic-Quellen Ihrer Konkurrenz anzuzeigen: Schauen Sie sich hier die genaue Verteilung an, von welchen Zugriffsquellen die Nutzer auf die Website gelangen (über Social Media, Google oder über andere Wege). Mit diesen Informationen können Sie hilfreiche Schlüsse für Ihre Marketing-Strategie ableiten.
  • Google Alerts: Mit Google Alerts finden Sie neue Inhalte, die Ihren Interessen entsprechen. So können Sie sehen, was über Ihre Mitbewerber geschrieben wird, aber auch erfahren, wie Internetuser Ihre eigenen Produkte oder Dienstleistungen bewerben. Anhand dieser Beobachtungen ergeben sich für Sie gegebenenfalls weitere Handlungsmöglichkeiten.
  • In-Market Experten: Abgesehen von den hier aufgeführten Tools lohnt sich nichts mehr als das Hinzuziehen von In-Market Experten. Dabei handelt es sich um Menschen, die in dem jeweiligen Zielland leben beziehungsweise dort geboren sind, die Sprache beherrschen sowie den Markt in- und auswendig kennen. Diese Informationen sind sehr wertvoll, schließlich wissen diese Menschen genau, was potenzielle Kunden in dem jeweiligen Land anspricht und was nicht.
Übrigens. Auch Marktplätze sind für Online-Händler eine gute Anlaufstelle, um sich international aufzustellen. Hierbei werden die unterschiedlichen Gegebenheiten der Länder bereits berücksichtigt. Sie sparen sich dadurch nicht nur einiges an Arbeit, sondern können sich bei Fragen auch an den jeweiligen Support wenden.

Bei SEMrush finde ich, dass die Content Marketing-Plattform eine gPinar Ünsal Kubix Digitalroße Hilfe sein kann, um Content international auch gut planen zu können. Dort gibt es ein weiteres Tool, was sich Topic Research nennt, welches Ihnen tolle Ideen auf der Grundlage von Keywords, Trendthemen, ähnlichen Suchanfragen, aktuellen Artikeln und häufig gestellten Fragen geben kann. Sie können ganz schnell herausfinden, wofür sich Ihre Zielgruppe am meisten interessiert. Filtern Sie die Daten je nach Land, Region oder Stadt heraus und schauen Sie sich die beliebtesten Themen und aktuellen Artikel für Ihren Ziel-Suchbegriff an. Besonders spannend sind die thematisch relevanten Fragen, nach denen Nutzer suchen und welche Ihnen die Möglichkeit geben, genau diese Fragen in Ihrem nächsten Content-Stück zu beantworten, um so sogar die Möglichkeit zu erhalten als Featured Snippet in den Suchergebnissen zu erscheinen.

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

2. Wie ist das Nutzerverhalten Ihrer Kunden in verschiedenen Ländern?

Die Nutzung von Social Media Kanälen, Bezahlmethoden, das Interesse an bestimmten Produktkategorien und vieles mehr fällt von Land zu Land bisweilen gänzlich unterschiedlich aus. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich als Online-Händler ein allumfassendes Bild von Ihren Zielländern machen.

2.1 Welche Endgeräte werden genutzt und wie gut werden technische Neuerungen angenommen?

Grundsätzlich sollten Sie in Erfahrung bringen, wie viele Internetnutzer es in dem von Ihnen angestrebten Zielland gibt. Auch hier gibt die gemeinsam von Hootsuite und We Are Social durchgeführte Studie Digital 2019 Auskunft: Während beispielsweise 96 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung das Internet nutzen, sind es in Italien 92 Prozent und in China lediglich 57 Prozent. Nichtsdestotrotz muss hierbei selbstverständlich auch die Gesamtanzahl an Menschen berücksichtigt werden, die Sie potenziell mit Ihren Inhalten adressieren können: In Deutschland sind dies insgesamt 79,13 Millionen Menschen, in Italien 54,8 Millionen und in China 802 Millionen. Da insgesamt 83 Prozent in China, 88 Prozent in Italien und 87 Prozent in Deutschland das Internet täglich nutzen, ist Ihr potenzieller Kundenkreis sehr groß.

Besonders interessant ist die im April veröffentlichte Studie ‘Digital Around The World April 2020’, welche interessante Informationen zum E-Commerce Verhalten zu Corona-Zeiten und zu Zeiten des Lockdowns liefert. Fast die Hälfte der Anfang April von GlobalWebIndex befragten Internetnutzer gab an, dass sie in den letzten Wochen mehr Zeit mit Online-Shopping verbracht haben. Auf Länderebene hat China den größten Anstieg der Zeit, die die Menschen mit Online-Einkäufen verbringen, verzeichnet, was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass China bereits eine der höchsten Raten bei der Nutzung von E-Commerce-Aktivitäten in der Welt aufweist.

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

Hierbei ist es jedoch auch wichtig zu wissen, welche Endgeräte die potenziellen Konsumenten nutzen: In China und in Italien verwenden 97 Prozent ein Mobiltelefon, wobei 83 Prozent der Chinesen über ein Smartphone verfügen, während es in Italien 76 Prozent sind. Deutschland bildet bei diesem Beispiel mit 92-prozentigem Anteil an Mobiltelefonen und 75-prozentigem Anteil an Smartphones das Schlusslicht. In Deutschland nutzen 76 Prozent Desktop, in Italien 62 Prozent und in China lediglich 53 Prozent. Das Tablet schneidet bei allen Ländern mit zwischen 20 und 38 Prozent am schlechtesten ab. Für Sie als Online-Händler bedeutet dies konkret, dass Ihre Inhalte auf verschiedenen Endgeräten optimal angezeigt werden sollten, um Ihren Kunden ein zufriedenstellendes Such- und Einkaufserlebnis zu bieten.

Endgeräte
Quelle: https://wearesocial.com/global-digital-report-2019

Was technische Neuerungen angeht, fällt im Ländervergleich auf, dass deutsche Internetnutzer verhältnismäßig konservativ agieren: Während in China 49 Prozent und in Italien 30 Prozent aller Internetnutzer Voice Commerce, also Sprachassistenten, bereits recht häufig nutzen, sind es in Deutschland lediglich 17 Prozent. Auch diese Zahlen sind sehr nützlich für Sie: Indem Sie auf im jeweiligen Zielland angenommene Trends reagieren, zeigen Sie, dass Sie mit der Zeit gehen und die Konsumenten in ihren Wünschen abholen.

2.2 Welche Zahlungsmittel werden bevorzugt?

Auch die Nutzung von unterschiedlichen Zahlungsmitteln gilt es zu eruieren. In Deutschland besitzen 99 Prozent der Menschen ein Konto bei einem Finanzinstitut, in China 80 Prozent und in Italien 94 Prozent. Dementsprechend ist es für diese Länder äußerst sinnvoll, die Bezahlung via Lastschrift und Überweisung anzubieten. Kreditkarten sind in China mit 21 Prozent lange nicht so vertreten wie in Italien mit 42 Prozent und in Deutschland mit 53 Prozent. Da in allen zuvor genannten Ländern unter fünf Prozent der potenziellen Konsumenten über Kryptowährung verfügen, ist diese Zahlungsmöglichkeit zu vernachlässigen. Für andere Länder muss dies jedoch nicht zwangsläufig gelten.

2.3 Wie stark ist das Interesse an Social Media?

Über die gängigen Social Media Plattformen haben Sie die Möglichkeit, viele Nutzer zu erreichen und Werbung für Ihre Produkte und Dienstleistungen zu schalten. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich eine hohe Affinität gegenüber der von Ihnen bespielten Kanäle. Untersuchen Sie daher genau, welche Plattformen Ihre potenziellen Kunden im jeweiligen Land nutzen und welche nicht.

 

In Italien hat beispielsweise jeder Mensch im Schnitt 7,4 Social Media Accounts, in Deutschland sind es 5,1 und in China 9. Allerdings unterscheiden sich die genutzten Kanäle in Deutschland und Italien im Vergleich zu China erheblich: So werden in China vorrangig WeChat, Baidu Tieba und QQ genutzt, während in Deutschland und Italien YouTube, Whatsapp, Facebook und Instagram die ersten Plätze belegen, dicht gefolgt von Skype, Twitter und Snapchat. Beachten Sie hierbei jedoch, dass Sie nicht einfach auf den meist genutzten Kanälen aktiv werden, sondern genau untersuchen, auf welchen Plattformen Ihre Zielgruppe unterwegs ist. So gibt es beispielsweise große Unterschiede im Durchschnittsalter der Nutzer, der verwendeten Sprache oder den Interessen.

Noch ein weiterer Tipp an dieser Stelle: Suchmaschine ist nicht gleich Suchmaschine. Auch wenn Google global und in vielen Ländern bekanntlich dominiert, gibt es doch auch Ausnahmen, denn Suchmaschinen können in jedem Markt unterschiedlich sein. Erst wenn Sie die Haupt-Suchmaschine Ihres Zielmarktes kennen, können Sie entscheiden, welche Art von Content Sie am besten für dieses Land erstellen möchten.

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

2.4 Welche Produktkategorien sind interessant?

Mit 34,19 Milliarden Dollar jährlich ist das Segment Reisen dasjenige, das im deutschen E-Commerce mit dem höchsten ausgegebenen Gesamtbetrag verbunden ist. Direkt darauf folgen Elektronik und physische Datenträger mit 22,08 Milliarden Dollar, Mode & Beauty mit 19,33 Milliarden Dollar und Spielwaren sowie Produkte aus den Bereichen DIY und Hobbys mit 13,83 Milliarden Dollar. Auch in Italien zeichnet sich das gleiche Bild ab, wobei die Differenz zwischen Reisen mit 14,21 Milliarden Dollar und Mode & Beauty mit 5,025 Milliarden Dollar deutlich größer ausfällt. In China geben die Konsumenten 246,9 Billionen Dollar jährlich für Mode & Beauty aus, das Reisen folgt weit später mit 158,6 Billionen Dollar. Bedenken Sie: An diesen Kennzahlen können Sie zwar die Interessen der potenziellen Konsumenten erkennen, allerdings sollten Sie auch stets die Marktsättigung berücksichtigen. In einigen Fällen können Nischensortimente deutlich lohnenswerter als Bereiche mit unzähligen Konkurrenten sein.

produktkategorien
Quelle: https://wearesocial.com/global-digital-report-2019

2.5 Welche Suchmaschine ist wirklich relevant?

Auch wenn Google den größten Marktanteil in puncto Suchmaschinen aufweist, stellt es längst nicht die einzige genutzte Suchmaschine dar. So wird in China beispielsweise Baidu und in Russland Yandex RU genutzt. Auch Yahoo! und bing werden in verschiedenen Ländern verstärkt für Suchanfragen verwendet. Aus diesen Gründen sollten Sie sich mit den Besonderheiten der einzelnen Suchmaschinen unbedingt vertraut machen.

2.6 Kulturelle Besonderheiten

Was oftmals in Vergessenheit gerät, aber mindestens genauso wichtig ist, sind kulturelle Besonderheiten und Traditionen. Wenn Sie diese nicht beachten, kann dies unter Umständen zu bösen Überraschungen führen. Denken Sie beispielsweise an Länder mit überwiegend muslimischer Bevölkerung: Es ist allgemein bekannt, dass Muslime kein Schweinefleisch verzehren. Dementsprechend wäre es keine gute Idee, bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Chips mit Bacon-Geschmack in diesen Regionen vertreiben zu wollen. Dies sorgt dafür, dass Sie Konsumenten als unseriös wahrnehmen und Ihr Ruf nachhaltig darunter leidet. Auch mit etwaigen Shitstorms müssen Sie sich auseinandersetzen und möglichst zügig darauf reagieren. Zwar dürften die meisten Unternehmer exakt dieses Szenario vermeiden können, allerdings gibt es unzählige weitere Traditionen und Besonderheiten, die weit weniger bekannt sind. Gerade an dieser Stelle können In-Market-Experten äußerst nützlich sein, da sie deutlich sensibler gegenüber Produkten und Dienstleistungen sind, die traditionelle und kulturelle Werte tangieren.

Achten Sie weiterhin vor allem auf regionale Feiertage und besondere Anlässe, Events, politische und wirtschaftliche Ereignisse. Am besten erstellt man einen Jahreskalender für diese. So verhindern Sie zusätzlich  auch, in die berühmten Fettnäpfchen auf Ihrem Zielmarkt zu treten.

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

3. Die Konkurrenzanalyse: Was machen die Mitbewerber besser?

Verschließen Sie Ihre Augen nicht vor der Konkurrenz: Sie können unheimlich viel von ihr lernen! Insbesondere Contentgaps, auch Contentlücken genannt, lassen sich dadurch ausfindig machen. Mithilfe von ahrefs können Sie beispielsweise einsehen, für welche Keywords Ihre Konkurrenz auf der ersten Seite rankt.

Daraufhin sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Sie decken das Keyword noch nicht ab?
    Dann nichts wie ran! Wie Sie bei Ihrer Konkurrenz sehen, bietet das entsprechende Thema jede Menge Potenzial, sodass Sie auch selbst entsprechenden Content dazu produzieren sollten. Voraussetzung hierfür muss sein, dass Sie über ein entsprechendes Angebot verfügen.
  • Sie decken das Keyword ab, ranken aber selbst nicht auf der ersten Seite?
    Dies ist ein gutes Indiz dafür, dass Ihre Konkurrenz es besser macht als Sie. Hier hilft nur: Die Seiten der Konkurrenz genau analysieren und feststellen, wo eigenes Verbesserungspotenzial besteht und Content überarbeitet werden sollte.

Achten Sie hier genau auf Content Arten, wo der Content platziert ist, was die Content Themen sind, usw. Dies gibt Ihnen schon mal einen guten Einblick und hilft Ihnen neue Ideen zu generieren.

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

contentgaps

Wie meistert die Konkurrenz den Zugang zu internationalen Zielgruppen?

Darüber hinaus können Sie genau eruieren, wie Ihre Konkurrenz den Zugang zu internationalen Zielgruppen erreicht: Welche Zahlungsmöglichkeiten bietet sie für welches Land an? Auf welchen sozialen Netzwerken werden potenzielle Kunden angesprochen? Wie gut sind die Angebote übersetzt? Im Regelfall stellen gut rankende Onlineshops Paradebeispiele dar, sodass Sie das Verbesserungspotenzial in Ihrem eigenen Shop ausfindig machen können.

Vor allem bei der Übersetzung lohnt sich wiederum das Hinzuziehen von In-Market Experten, die im Idealfall auch auf Content-Marketing spezialisiert sind.

Wenn Sie jetzt überlegen, wie man diese In-Market Experten am besten findet, dann kann ich an dieser Stelle nur empfehlen nach einer international fokussierten Digitalagentur, wie z.B Kubix.Digital 🙂 es ist, Ausschau zu halten. Weiterhin möchte ich auf eine tolle SEO/Content Marketer Freelancer Liste hinweisen, wo mit Sicherheit eine kompetente In-Market Expertin aufzufinden ist, die sich vor allem mit der Content Marketing Materie, Keyword-Recherche und Lokalisierung super auskennt. Hier ist die ultimative Women in SEO – Freelancer List. Viel Erfolg schon jetzt!

Pinar Ünsal, Co-Gründerin von Kubix Digital

Unabdingbar sind zudem Keywordtools wie unter 1.2 aufgeführt, die Ihnen das Suchvolumen zu einzelnen Begriffen anzeigen: Damit können Sie auch sehen, dass unterschiedliche Schreibweisen gegebenenfalls mehr Potenzial bergen als andere.

4. Beim IMN-Experten nachgefragt: Wie unterscheiden sich die Nationen in ihrem Einkaufsverhalten?

Wer es sich als Online-Händler leichter machen und auf die Hilfe von Experten zurückgreifen möchte, hat die Möglichkeit, Teil von IMN, International Marketplace Network, zu werden. Als real Händler können Sie somit auf drei weiteren Marktplätzen (Cdiscount, eMAG und ePRICE) gleichzeitig verkaufen. Mit der einfachen Anbindung an den real Marktplatz wachsen Sie jetzt noch schneller und profitieren von der Unterstützung unseres Marktplatz Supports. Kontaktieren Sie uns bei weiteren Fragen zu IMN gerne auch via E-Mail unter haendler@real-marktplatz.de oder telefonisch unter der 0221-975979-79.

Wir haben bei Mehdi Tali, CEO International Marketplace Network, nachgefragt, inwieweit sich das Einkaufsverhalten der Kunden in Rumänien, Italien, Frankreich und Deutschland unterscheidet und mit welchen Vorteilen die internationale Expansion für Online-Händler verbunden ist:

Mehdi Tali CEO IMN

Hallo Mehdi!

Durch IMN (International Marketplace Network) haben Online-Händler die Möglichkeit, auf vier Marktplätzen gleichzeitig zu verkaufen – eine tolle Sache, die unzählige Möglichkeiten bietet! So können Verkäufer potenzielle Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Rumänien und Italien erreichen. Gerne möchten wir von dir erfahren, in welcher Hinsicht sich das Einkaufsverhalten zwischen den unterschiedlichen Nationen unterscheidet, damit Händler ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie sich ihre Zielgruppe in den verschiedenen Regionen verhält.

 

Könntest du grob umreißen, welche Produktkategorien in den vier Ländern besonders gut laufen? Gibt es hier große Unterschiede?
Die Besonderheit der vier beteiligten Marktplätze besteht darin, dass sie alle Arten von Produktkategorien abdecken – Händlern stehen demnach unzählige Möglichkeiten offen.

Die Situation in Europa während der Corona-Zeit hat den Status des E-Commerce stark erhöht und den Produktmix jedes Marktplatzes verändert – und damit neue Möglichkeiten für Kategorien rund um den Heimbedarf geschaffen, die noch vor wenigen Wochen nicht die führenden waren.

 

Cdiscount (Frankreich) performt in allen Kategorien sehr stark, ist aber dank eines beeindruckenden Logistiknetzwerks ein echter Marktführer im Bereich Elektronik und Haushaltsprodukte, insbesondere bei den großen Artikeln (Möbel, Haushaltsgeräte). Die Besonderheit in Frankreich besteht darin, dass die Verbraucher die Abholmöglichkeit sehr häufig nutzen – die Hauszustellung sinkt in der Beliebtheit.

 

In Italien ist ePrice auch führend in den Bereichen Elektronik und Haushaltsgeräte und verzeichnet ein starkes Wachstum in den Bereichen Möbel, Heimwerkerbedarf, Sport, Gesundheit und Schönheit. Click&Collect ist auch auf dem italienischen Markt sehr beliebt.

 

real in Deutschland ist historisch gesehen auch in den Hightech-Kategorien sehr stark, aber die Verkäufer können auch einen Anstieg ihrer Bestellungen in den Bereichen Möbel, Wohnen, Garten, Küche und Haushalt sowie Sport verzeichnen.

 

eMAG und der rumänische Markt verzeichnen immer noch eine starke Nachfrage nach IT-Produkten und Mobiltelefonen und seit einigen Jahren ist die Ausweitung auf Mode, Heimbedarf und Deko, Tierbedarf oder Lebensmittel mit großem Erfolg verbunden.

 

Gibt es Unterschiede bei den genutzten Zahlungsmitteln zwischen den jeweiligen Ländern?
Die Kreditkarte wird in allen Ländern häufig genutzt und ist neben Drittanbietern wie PayPal immer noch die stärkste gemeinsame Zahlungsmethode für die Kunden.

Allerdings ist die Nachnahme-Methode vor allem in Italien und Rumänien immer noch recht stark vertreten, vor allem in Rumänien, wo sie weitaus beliebter ist als die Kreditkarte. eMAG kümmert sich im Auftrag der Marktplatz-Verkäufer um die Nachnahme.

 

In Frankreich gibt es noch einen weiteren interessanten Trend: Ein erheblicher Teil der Einkäufe wird in mehreren Raten (normalerweise in vier Raten) getätigt – Cdiscount bietet den Marktplatzverkäufern diese Dienstleistung an.

 

Was sind deiner Meinung nach die größten Chancen für Online-Händler bei einer internationalen Expansion?
Es gibt sehr viele Chancen, da die internationale Expansion (zumindest nach Europa) zu einem Kinderspiel geworden ist und sich die Akteure (Logistik, Plattformen, Steuerbehörden…) stark darum bemühen, Problemstellen und Grenzen zu reduzieren.

Mit IMN zu expandieren ist wirklich einfach, da es den Verkäufern erlaubt, ihre Produkte Millionen von neuen Kunden zu präsentieren: Dies ist bereits eine große Chance, wenn man den Traffic auf jedem Marktplatz berücksichtigt sowie die Tatsache, dass es Unterschiede in der Verfügbarkeit gibt, die einige Produkte auf ausländischen Märkten sehr beliebt oder wettbewerbsfähig machen können. Die größte Chance besteht jedoch darin, ein neues Sortiment zu schaffen, indem man Produkte anbietet, die diese Marktplätze vorher nicht hatten, insbesondere wenn die Verkäufer sich um die sorgfältige Aufbereitung der Produktseite kümmern.

Pinar Ünsal Kubix DigitalPınar, mit inzwischen mehr als 15 Jahren Erfahrung im Suchmaschinenmarketing, ist eine der Gründerinnen von Kubix Digital, einer suchmaschinenmarketing-fokussierten digitalen Marketing-Agentur mit Sitz in Istanbul & Berlin. Vor Kubix Digital hat Pınar bei Google in Dublin gearbeitet und war danach Teil der “Landing Crew” für den Aufbau des Google Standortes in der Türkei im Jahre 2006. Darüber hinaus ist Pınar die Gründerin von Women.Digital, einem Netzwerk von und für Frauen, die in der digitalen Marketing-Branche arbeiten. Seit 3 Jahren ist sie auch ein Jurymitglied der US Search Awards. Als Speakerin war sie bereits auf zahlreichen Konferenzen präsent unter anderem auf der BrightonSEO, TurnDigi und der Contentixx.

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