Newsletter Anmeldung:
Newsletter Anmeldung:

Marktplatzentwicklungen von real.de sowie aktuelle Trends und Services rund um die E-Commerce Branche - abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.


Unternehmenskultur

Warum Culture Content so wichtig ist

Die Unternehmenskultur ist für viele Arbeitnehmer ein entscheidendes Kriterium bei der Jobsuche. Die Zeiten, in denen vorwiegend finanzielle Aspekte bei der Berufswahl berücksichtigt wurden, sind lange vorbei. Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit und Verantwortung sind hingegen klassische Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber, die immer häufiger gestellt werden. Auch Alexander Clodius, Head of Concept bei der arsmedium group, wies in seinem Vortrag auf der Contentixx 2019 auf die immer wichtiger werdende Rolle der Unternehmenskultur hin und zeigte auf, welche Punkte dabei berücksichtigt werden sollten.

1. Begriffsklärung: Was versteht man unter Unternehmenskultur?

 

Die Unternehmenskultur setzt sich aus zahlreichen Werten, Regeln und Symbolen zusammen, die von allen Arbeitskräften innerhalb des Unternehmens umgesetzt und im Idealfall gemeinsam festgelegt werden sollten. Sie bildet die Basis für das tägliche Handeln auf Unternehmensebene und regelt außerdem indirekt oder direkt sowohl den Umgang der Mitglieder untereinander als auch den Kontakt mit Geschäftspartnern und anderen Personen der Öffentlichkeit. Voraussetzung hierfür ist, dass das Unternehmen all seine Überzeugungen sowie Ansichten genau kennt und definieren kann.

 

 

Die Haltung des Unternehmens sollte sich in den Werten widerspiegeln, die es an möglichst jedem Arbeitnehmer-Touchpoint zu operationalisieren gilt.”

Alexander Clodius, Head of Concept, arsmedium group

Es sollte außerdem konsequent zu seinen Grundsätzen stehen beziehungsweise etwaige Veränderungen offen kommunizieren und gegebenenfalls erklären.

 

 

Nur wer die Sinnhaftigkeit der Veränderung mit dem eigenen Wertekanon in Einklang bringen kann, wird sich mit den neuen Grundsätzen identifizieren und nach ihnen handeln.”

Alexander Clodius, Head of Concept, arsmedium group

 

 

Neben strukturellen Aspekten, die vor allem die Funktionsweise des Unternehmens betreffen, zählen auch die Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen Vorteile für Mitarbeiter zur Unternehmenskultur.

2. Welche Gründe sprechen für eine gute Unternehmenskultur?

 

Mitarbeiter, die sich in einem Unternehmen wohlfühlen und sich mit den Werten identifizieren können, sind in der Regel zufriedener und produktiver. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half („Die Zeit ist reif. Glücklich arbeiten.“, 2016), die unter anderem auch Bezug auf die „Happiness and Productivity“ Studie der University of Warwick von 2014 Bezug nimmt, leisten glückliche Mitarbeiter deutlich bessere Arbeit, da sie sich selbst wertgeschätzt fühlen und ihre gute Arbeit bestätigt bekommen. Die Zufriedenheit macht sich darüber hinaus an anderen Stellen bemerkbar:

 

  • Die Loyalität der Mitarbeiter zum Unternehmen steigt.
  • Zufriedene Arbeitnehmer sind belastbarer und kreativer.
  • Der Teamzusammenhalt wird gestärkt und es kommt zu weniger Auseinandersetzungen unter den Mitarbeitern.
  • Zufriedene Arbeitnehmer geben sich mehr Mühe bei der Erledigung ihrer Aufgaben und werden schneller auf etwaige Fehlerquellen aufmerksam, die zügig aus dem Weg geräumt werden können.
  • Mit einer guten Unternehmenskultur können Sie sich anderen Mitbewerbern gegenüber einen Vorteil verschaffen. Arbeitnehmer entscheiden sich bevorzugt für einen Arbeitgeber, der gute Arbeitsbedingungen und Benefits bietet und für Werte steht, mit denen sie sich identifizieren können.

 

Auch Nic Marks, Gründer von Happiness Works und Experte für Arbeitsplatzzufriedenheit, hebt den Zusammenhang zwischen dem Gefühl des Glücklichseins und produktivem Arbeiten bei Arbeitnehmern hervor:

3. Welche Aspekte beeinflussen die Unternehmenskultur?

 

Wichtig bei der Schaffung einer Unternehmenskultur ist es, auf die Sorgen und Wünsche der Menschen einzugehen. In der heutigen Zeit ist das Gefühl der Orientierungslosigkeit stark vorherrschend: Den Medien und der Politik wird häufig kein Vertrauen entgegengebracht, sodass immer mehr auch von Unternehmen ein konkreter Standpunkt erwartet wird, der nicht nur nach innen, sondern auch nach außen kommuniziert wird. Veränderungen wie diese machen es notwendig, festgelegte Werte und Vorstellungen zu überdenken und gegebenenfalls neu zu definieren. Weitere Aspekte, die die Unternehmenskultur maßgeblich beeinflussen, sind unter anderem die folgenden:

 

  • Von Arbeitnehmern wird immer mehr erwartet: Der Druck, zahlreiche Aufgaben zuverlässig und binnen kürzester Zeit zu erledigen, wächst enorm. Gesundheitliche Folgen und geringe Motivation sind oftmals die Folge. Unternehmen haben dementsprechend die Aufgabe, ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen, in welchem sich Mitarbeiter wohl und wertgeschätzt fühlen.

 

Alexander Clodius arsmedium groupIn diesem Kontext haben die Führungskräfte eine wichtige, wenn nicht die wichtigste, Aufgabe: Sie müssen zum Vorbild werden und eine Sogwirkung erzeugen. Sie müssen ihr Mindset und ihre Funktion konsequent als Mentor bzw. Coach verstehen, der im Hintergrund Wissen und Skills vermittelt, Sicherheit gibt und den nötigen Anspruch stellt.”

Alexander Clodius, Head of Concept, arsmedium group

 

 

  • Die Anforderungen der Arbeitnehmer haben sich stark gewandelt: Arbeitnehmer entscheiden sich in den meisten Fällen nicht mehr für einen Job rein der Tätigkeit wegen. Viel entscheidender ist die Ausgewogenheit von Arbeit und Freizeit, die sogenannte Work-Life-Balance. Unternehmen sind dementsprechend dazu angehalten, potenziellen Mitarbeitern diesen Ausgleich zu bieten und mit entsprechenden Benefits zu werben, die in der Praxis auch eingehalten werden.
  • Die Welt ist wirtschaftlich miteinander verbunden: In Zeiten der Globalisierung sind die Beziehungen und Verflechtungen deutlich komplexer und gehen mit Veränderungen einher, die im Berufsalltag berücksichtigt werden müssen.
Unternehmenskultur Einflussfaktoren

Diese Punkte sollen lediglich als Beispiele dienen, zeigen jedoch auf, dass es aus Unternehmenssicht unabdingbar ist, auf wirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen zu reagieren und Leitbilder und Werte regelmäßig zu überdenken und anzupassen.

4. So gehen Sie die Schaffung oder Veränderung der Unternehmenskultur an: Unsere 4 Tipps

 

Wie auch Alexander Clodius in seinem Vortrag betonte, gibt es für Culture Content keine Patentlösung. Je nach Unternehmensinhalt können unterschiedliche Richtungen sinnvoll sein.

 

Bei der Kulturgestaltung kann es nur Leitplanken und Richtungen geben. Es ist keine Transformation, die irgendwann abgeschlossen ist. Es muss als fortlaufender Prozess verstanden werden.

Alexander Clodius, Head of Concept, arsmedium group

 

Am wichtigsten ist es, stets authentisch zu bleiben. Dies bringt die Frage mit sich, mit welchen Werten, Leitbildern und Ansichten sich das Unternehmen selbst in Verbindung bringt.

 

Doch wie genau geht man vor, wenn man eine Unternehmenskultur erreichen möchte, die sowohl nach innen als auch nach außen glaubwürdig ist? Im Folgenden erhalten Sie hilfreiche Tipps, die Ihnen dabei helfen, eine authentische und langfristig funktionierende Unternehmenskultur aufzubauen – einige Best Practice Beispiele inklusive:

 

1. Der erste Schritt hin zu einer erfolgreichen Unternehmenskultur ist Chefsache. Die Geschäftsleitung muss sich mit der Frage beschäftigen, ob das Unternehmen über gewisse Werte und Grundsätze verfügt, die sowohl intern als auch extern in allen Bereichen im Berufsalltag gelebt werden. Ist dies nicht der Fall, weil sich beispielsweise die eigenen Werte aufgrund von nicht kontrollierbaren Veränderungen von außen gewandelt haben, ist ein Kulturwandel unabdingbar. Hierfür muss ein entsprechendes Projektteam zusammengestellt werden, das von einer oder mehreren Personen zuverlässig geleitet wird. Es muss dabei zunächst festgestellt werden, ob die Ressourcen im Unternehmen selbst zur Verfügung stehen oder auf externe Hilfe zurückgegriffen werden muss.

 

Wichtig für das Team ist es, dass die relevantesten Interessengruppen auf Augenhöhe vertreten sind: CEO, HR, Marketing; Betriebsrat – nur wenn alle mit einer Sprache sprechen, wird der Wandel nachhaltig sein.

Alexander Clodius, Head of Concept, arsmedium group

 

2. Daraufhin wird die momentane Unternehmenskultur kritisch beäugt. Beziehen Sie Stellung zu den sozialen, politischen und wirtschaftlichen aktuellen Gegebenheiten und stehen Sie auch wirklich dahinter? Welche positiven und negativen Aspekte Ihrer momentanen Unternehmenskultur können Sie hervorheben? Hier empfiehlt es sich, eine Liste anzulegen, in der außerdem festgehalten wird, an welchen Punkten konkret angeknüpft beziehungsweise wo genau etwas verbessert werden kann.

 

3. Eine umfassende Zusammenstellung der Ziele ist wichtig. An diesem Punkt muss genau definiert werden, welche Ziele Sie mit Ihrem Unternehmen konkret verfolgen. Stehen Sie für Nachhaltigkeit? Sind Sie der Meinung, dass viele Freiheiten zu einer größeren Motivation der Mitarbeiter führen oder denken Sie, dass Homeoffice und flexible Arbeitszeiten eine einschränkende Arbeitswirkung zur Folge haben? Welche Ansichten Sie auch immer vertreten: Wichtig ist, dass Sie vollends dahinterstehen und die Ziele umgesetzt werden können. Es muss demnach zwingend vorab überprüft werden, ob die festgelegten Markenwerte in den Alltag implementiert werden können. An dieser Stelle ist es sinnvoll, Mitarbeiter zu involvieren, die aktiv am Entscheidungsprozess über die gemeinsamen Ziele mitwirken. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass sie sich ernst genommen sowie wertgeschätzt fühlen und eine umfassendere Ansammlung von Ideen zustande kommt. Bei größeren Unternehmen empfiehlt es sich, die Teamleiter aus den jeweiligen Abteilungen hinzuziehen.

 

4. Nun gilt: Überzeugen, nicht überreden. Sollten Sie Werte und Standpunkte neu festlegen oder bestehende abändern, ist der wichtigste Punkt, dass alle Mitwirkenden im Unternehmen diese teilen. Hier ist wiederum die Kommunikation der entscheidende Faktor, über welche Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Mitarbeiter sollten im Idealfall von innen heraus hinter den Werten und Einstellungen des Unternehmens stehen und diese jederzeit auch nach außen vertreten. Dies funktioniert nur, wenn das Führungspersonal selbst davon überzeugt und dazu in der Lage ist, die Standpunkte weiterzuvermitteln. Mitarbeiter sollten zudem zu jeder Zeit bei der Vertretung der Werte nach außen auf die Unterstützung des Unternehmens zählen können: Bedenken und Fragen jeglicher Art müssen stets geäußert und gemeinsam geklärt werden können.

Wichtig ist: Die Schaffung oder Veränderung einer Unternehmenskultur sollte langfristig ausgerichtet sein. Firmen, die häufig ihre Meinungen und Standpunkte verändern, laufen Gefahr, an Glaubwürdigkeit zu verlieren, was erhebliche Folgen für ihr Image haben kann. Es ist demnach ratsam, den eigenen Kurs auf Schwachstellen zu prüfen und vor jeder Entscheidung zu überlegen, welche negativen Folgen diese haben können. So werden Enttäuschungen oftmals bereits im Vorfeld vermieden. Es bedeutet jedoch nicht, jegliche mögliche Angriffspunkte zu umgehen: Nahezu jeder Standpunkt polarisiert, sodass Sie negativer Kritik in den meisten Fällen ohnehin begegnen. Hierbei ist es wichtig, nicht von der eigenen Meinung abzurücken und an Ihren Ansichten weiterhin festzuhalten. Dies hat zur Folge, dass sich zwar bestimmte Personengruppen von Ihnen distanzieren werden, Ihre treue Zielgruppe allerdings weiterwächst.

Best Practice Beispiele

 

SAP: SAP ist ein deutscher Softwarehersteller und wurde von glassdoor im Jahr 2017 als zwölftbestes Unternehmen hinsichtlich Unternehmenskultur gelistet. Bereits auf der Unternehmens-Website wird in Form von multimedialem Content deutlich, wofür das Unternehmen steht und welche Benefits es Mitarbeitern verspricht.

SAP Unternehmenskultur

In einem eigenen Bereich namens „How We Run“ bietet SAP seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, selbst einen wichtigen Part in einem Video einzunehmen und die zentralen Prinzipien des Unternehmens vorzustellen. Dies schafft ein authentisches Bild nach außen, an dem jeder im Unternehmen mitwirken kann.

 

HSBC Taiwan: Ein etwas anderes Beispiel für eine beispielhafte Unternehmenskultur, das Alexander Clodius in seinem Contentixx Vortrag erwähnte, bezieht sich auf HSBC Taiwan. Eine Mitarbeiterin der international tätigen Großbank, Jennifer Chang, heiratete im Jahr 2017 ihre langjährige Freundin Sam Chiu. Ihre Eltern weigerten sich, an der Hochzeit teilzunehmen und hatten sich bereits zuvor mehrfach kritisch gegenüber gleichgeschlechtlicher Ehe geäußert. Der CEO von HSBC Taiwan, John Li, sprang kurzerhand ein und führte seine Mitarbeiterin zum Altar. Die Geschichte wurde vielfach medial aufgegriffen und gilt mittlerweile als Paradebeispiel für eine Unternehmenskultur, bei der die Orientierung am Mitarbeiter hohe Priorität genießt. Darüber hinaus wird die HSBC Taiwan für Führungspositionen bekannt bleiben, die homosexuelle Eheschließungen in einem Land unterstützen, in dem sie noch nicht als legal gelten.

HSBC

5. Wie trage ich die Unternehmenskultur nach außen?

 

Die Unternehmenskultur zeigt sich an zahlreichen verschiedenen Stellen: So kann beispielsweise bereits die Kommunikation nach außen über Social Media Auskunft darüber geben, welchen Umgang Mitarbeiter untereinander pflegen und welche Ziele sowie Prioritäten die Firma hat. Sind Sie ein humorvolles Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter duzen und immer für einen Spaß zu haben sind? Dann kommunizieren Sie das ruhig auch nach außen und machen Sie Ihre Unternehmenskultur zum Content Thema.

 

Die Unternehmenskultur geht immer einher mit Emotionen, die sich ideal als Aufhänger für eine Geschichte beziehungsweise kurze Postings eignen. Als positives Beispiel ist hier Zappos zu erwähnen: Das Gründungsvorbild von Zalando bietet ebenfalls Mode, Accessoires sowie Schuhe an und ist vor allem für seine starke Kundenorientierung, eine ansprechende Arbeitsatmosphäre und ausgeklügeltes Storytelling bekannt. Wirft man einen Blick auf die Facebook-Seite, sind die Unternehmenswerte an zahlreichen Stellen erkennbar:

Zappos Unternehmenskultur
Kundenservice wird bei Zappos großgeschrieben: Auf Anfragen via Facebook wird innerhalb einer Stunde geantwortet.

Auf Fragen von Kunden zu Facebook-Beiträgen von Zappos wird jederzeit ausführlich Bezug genommen. Im Zentrum steht der potenzielle Käufer, dessen Zufriedenheit höchste Priorität für das Unternehmen hat:

Zappos Kundenorientierung

Im About-Bereich der Website veröffentlicht Zappos unter anderem Artikel, die einen Blick hinter das Unternehmen ermöglichen oder Bezug auf Mitarbeiter nehmen. Diese Beiträge werden über die sozialen Netzwerke gestreut und erzeugen Nähe und Glaubwürdigkeit.

Zappos Mitarbeiterzufriedenheit

Derartige Beiträge zeigen, dass es großes Potenzial gibt, was Culture Content anbelangt. Unternehmen sollten dementsprechend die Augen offenhalten und überlegen, welche Gegebenheiten und Ereignisse sich für eine Geschichte eignen. Am besten ist es, wenn dadurch die eigenen Werte und Ansichten verstärkt beziehungsweise belegt werden.

 

Achten Sie im Social Media Bereich immer darauf, welche Kanäle Sie nutzen möchten, schließlich ist nicht jede Plattform für jedes Unternehmen geeignet. Während im B2B-Bereich LinkedIn und XING die Vorreiterrolle einnehmen, sind im B2C-Segment vor allem Facebook, Instagram und Pinterest zu nennen.

Wichtig: Bedenken Sie, dass Ihre Mitarbeiter auch privat soziale Netzwerke nutzen. Auf Plattformen wie Facebook oder Instagram werden täglich Fotos und Videos geteilt, durch welche Privatpersonen andere Nutzer an ihrem Leben teilhaben lassen. Hierzu zählen nicht selten Eindrücke von ihrem Arbeitsalltag. Da heutzutage eine allumfassende Kontrolle über Ihre Unternehmenskultur nicht möglich ist, ist es besonders wichtig, der Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter hohe Priorität einzuräumen.
Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.