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Nachhaltiger Online-Handel mit dem Verpackungsgesetz

Was Sie jetzt beachten sollten

Schnell, bequem, vielseitig – der Online-Handel hat zahlreiche Vorzüge und kommt darin den Anforderungen unserer modernen Lebenswelt in vielen Aspekten entgegen. Unter Beweis gestellt hat er das auch nochmals in jüngster Zeit im Rahmen der COVID-19-Pandemie.

Die Schattenseite dieses Komforts jedoch stellt die zunehmende Fülle an Verpackungen und ihre Auswirkungen für die Umwelt dar, die zu einem immer stärker drängenden globalen Thema werden. So ist beispielsweise der Verbrauch von Papierverpackungen im Distanzhandel heute fünfmal so hoch wie noch vor 20 Jahren. Die gute Nachricht: Bereits rund zwei Drittel aller entsorgten Verpackungen werden in Deutschland recycelt. Und diese Quote soll weiter steigen. Das ist ein Hauptziel des Verpackungsgesetzes (VerpackG), das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, und das alle Unternehmer, die verpackte Waren versenden, in die Pflicht nimmt, ihrer Produktverantwortung nachzukommen.

Das bedeutet, dass alle Unternehmen, die sogenannte Verkaufsverpackungen in Umlauf bringen, im Zeichen des Umweltschutzes insgesamt drei Pflichten umsetzen müssen – neben Herstellern gehören dazu auch Online-Händler.

Aber welche Auswirkung hat das Verpackungsgesetz speziell für den Online-Handel? Wieso ist er betroffen? Welche Pflichten sind einzuhalten? Und wie sieht es bei Spezialfällen wie Dropshipping oder Fulfillment im E-Commerce aus? Wir klären auf.

Wieso betrifft das Verpackungsgesetz den Online-Handel?

Online-Händler sind für den sicheren Transport sowie den Schutz ihrer Ware vor Beschädigungen unausweichlich auf Verpackungen angewiesen. Proportional zum boomenden Online-Handel wachsen damit auch die Berge aus Verpackungsabfällen Jahr für Jahr stetig an.

Da ein völliger Verzicht auf Verpackungsmaterialien insbesondere für den E-Commerce fernab jeglicher Realität ist, lautet das Zauberwort hier „Circular Economy“ oder auch „Kreislaufwirtschaft“. Das Ziel: Das Führen von recycelbaren Rohstoffen im geschlossenen Kreislauf, sodass stets neue Produkte und/oder Verpackungen aus ihnen hergestellt werden können. Mit der Steigerung der Recyclingquoten unterstützt das Verpackungsgesetz diesen Gedanken maßgeblich. Damit die Quoten jedoch erfüllt werden können, bedarf es der Mitarbeit all jener Unternehmen, die verpackte Waren in Umlauf bringen: Indem Sie sich per Lizenzentgelt am Recycling Ihrer Verpackungen beteiligen und auf diese Weise Ihrer Produktverantwortung nachkommen, stellen Sie die Kreislaufwirtschaft in Deutschland auf eine solide und zukunftsfähige Basis.

Duale Systeme
Quelle: Lizenzero

Um welche Verpackungen geht es genau?

Konkret zielt das VerpackG auf die sogenannten Verkaufsverpackungen ab. Das sind alle Verpackungen, die schlussendlich beim Endkonsumenten als Abfall landen. Schließlich beginnt bei dessen Abfalltonne der Verwertungskreislauf. Neben Versandverpackungen zählen zu diesem Oberbegriff auch Produktverpackungen – jeweils inklusiver aller Füll-und Packmaterialien.

Im Online-Handel sind somit alle Händler betroffen, die ihre Ware selbst in Versandverpackungen füllen und an die privaten Haushalte versenden. Sollte der Händler zugleich auch Hersteller des verkauften Produkts sein, befüllt er zusätzlich die Produktverpackung mit der Ware und muss daher auch die Lizenzierung dieser Verpackung erfüllen.

Infografik Versandverpackung
Quelle: Lizenzero

Kurz und knapp: Diese Pflichten müssen eingehalten werden

Befüllen Online-Händler Verpackungen erstmalig mit einer Ware und versenden diese an den privaten Endkonsumenten, so gelten sie nach dem VerpackG als lizenzierungspflichtige „Erstinverkehrbringer“ von Verkaufsverpackungen. Sie müssen insgesamt drei Pflichten einhalten – und das noch bevor die erste Verpackung verschickt wird:

  1. Registrierungspflicht: Betroffene Unternehmen sind verpflichtet, sich bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) in das öffentlich einsehbare Melderegister LUCID Im Anschluss erhalten sie eine Registrierungsnummer, die sie wiederum zwingend bei ihrem dualen System angeben müssen – siehe Pflicht Nr. 2.
  2. Systembeteiligungspflicht (oder auch „Lizenzierungspflicht“): Durch Leistung eines jährlichen Lizenzentgeltes, das auf die Materialien und Mengen der versandten Verpackungen ausgerichtet ist, beteiligen sich die Unternehmen bei einem dualen System, das wiederum für die fachgerechte Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verpackungen sorgt (z. B. über den Onlineshop Lizenzero).
  3. Datenmeldepflicht: Die lizenzierten Verpackungsmengen sowie der Name des dualen Systems, bei dem das Unternehmen lizenziert, müssen anschließend wiederum in LUCID eingetragen werden – Link siehe Pflicht Nr. 1.
    Wichtig: Die angegebenen Daten inkl. der Verpackungsmengen in LUCID müssen jederzeit mit den Daten beim dualen System übereinstimmen, da die Zentrale Stelle ihre Datensätze regelmäßig mit denen der dualen Systeme abstimmt.

Bei einer Nichteinhaltung der Pflichten können einem betroffenen Unternehmen Sanktionen wie Abmahnungen, Bußgelder bis zu 200.000 Euro oder Verkaufsverbote drohen.

Infografik Sanktionen
Quelle: Lizenzero

Praxisfälle für den E-Commerce

Gerade im Online-Handel ist oft nicht auf einen Blick ersichtlich, wer die Verantwortung zur Einhaltung der VerpackG-Pflichten trägt. Beispielsweise kann es vorkommen, dass der Online-Händler zu keinem Zeitpunkt Kontakt zur Verpackung hat – wer also trägt wann die VerpackG-Pflichten? Für jeden Fall finden Sie folgend die Details.

Wichtig: In allen Fällen wird zwischen der direkten Verpackung der Ware (= Produktverpackung) und der Versandverpackung unterschieden. Je nach Konstellation können die Pflichten für die Verpackungsarten zusammen- oder auseinanderfallen.

Eigener Onlineshop

Wenn ein Online-Händler seine Ware über seinen eigenen Onlineshop verkauft, befüllt er nach der Bestellauslösung die Versandverpackung, um die Ware sicher zum Kunden zu transportieren. Da er somit die Versandverpackung inklusive Füll- und Polstermaterial erstmalig in Umlauf bringt, muss er die Pflichten des VerpackG für diese übernehmen.

Ist der Händler auch Hersteller der Ware, so befüllt er auch die Produktverpackung mit Ware, bevor er beides in die Versandverpackung füllt, und muss in diesem Fall für beide Verpackungsarten die Lizenzierung vornehmen.

Dropshipping

Beim Dropshipping wird die Ware direkt durch den Produzenten oder einen Großhändler verschickt. Da der Online-Händler, der die Ware an den Kunden verkauft, zu keinem Zeitpunkt physischen Kontakt zur Verpackung oder der Ware hat, muss er die Pflichten des VerpackG nicht umsetzen. Verantwortlich ist in diesem Fall der Produzent beziehungsweise Großhändler, der die Versand- und auch Produktverpackung lizenzieren muss.*

Fulfillment

Nutzt ein Online-Händler einen Fulfillment-Dienstleister, so muss er die Versandverpackung nicht lizenzieren. Der Versanddienstleister verpackt und versendet die Ware, sodass er derjenige ist, der für deren Lizenzierung verantwortlich ist.

Ist der Online-Händler jedoch Hersteller der Ware, so muss er die Produktverpackung lizenzieren, denn er befüllt diese mit der Ware und bringt sie erstmalig in Verkehr.

*Aber Vorsicht – beim Fulfillment wie auch Dropshipping gibt es eine Ausnahme: Wenn der Online-Händler außen auf der Versandverpackung allein als Verkäufer der Ware erkennbar ist, muss er die Pflichten für diese Verpackung übernehmen. Sobald jedoch ein Versanddienstleister involviert ist (entweder mit ihm zusammen oder allein), gelten die oben genannten Ausführungen für die Pflichteinhaltung.

Fulfillment Pflichten
Quelle: Lizenzero

Import von Waren nach Deutschland

Beim Import ausländischer Ware zum Verkauf an den deutschen Endkonsumenten ist immer derjenige für die Lizenzierung aller mitimportierten Verkaufsverpackungen verantwortlich, der beim Grenzüberschritt der importierten Ware die rechtliche Verantwortung für diese trägt. Es empfiehlt sich, dies vertraglich festzulegen, damit eine Nicht-Zuständigkeit klar belegt werden kann.

Sehr klar ist der Fall hingegen, wenn ein ausländischer Händler seine Ware ohne Zuhilfenahme eines Zwischenhändlers direkt an den deutschen Endverbraucher versendet. In diesem Fall ist er es, der die VerpackG-Pflichten für alle mit nach Deutschland eingeführten Verkaufsverpackungen erfüllen muss.

Export von Waren ins Ausland

Deutsche Online-Händler sind häufig auch international aktiv und verkaufen ihre Produkte an Kunden aus verschiedenen Ländern. In jedem Zielland gilt jedoch eine eigene Verpackungsrichtlinie, die Händler unbedingt beachten sollten. So gilt in Österreich beispielsweise die Verpackungsverordnung. Weitere Informationen erhalten Sie hier: Verpackungsentpflichtung Österreich.

Fazit

Das Verpackungsgesetz betrifft alle Unternehmen, die Produkt- und/oder Versandverpackungen in Verkehr bringen. Damit die erhöhten Recyclingzielquoten des Gesetzes und ein relevanter Beitrag zum Umweltschutz erreicht werden können, ist die Mitarbeit aller beteiligten Parteien vonnöten – allen voran die der Unternehmen, deren Produktverantwortung auch die Verpackungsmaterialien umfasst. Sie sind daher verpflichtet, ihre Verpackungen per Lizenzvertrag bei einem dualen System zu beteiligen, sich im Melderegister LUCID zu registrieren und dort ihre Lizenzmengen zu hinterlegen.

Bei einer Nichteinhaltung drohen empfindliche Sanktionen – daher sollte jedes betroffene Unternehmen jetzt aktiv werden.

Lizenzero

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